Unsere Backtage

Unsere Backtage sind immer wieder ein besonderes Ereignis.

Viermal im Jahr planen wir schon lange im Voraus, was wir Ihnen bieten können, damit Sie sich bei uns im Backhaus an der Schulstraße wohlfühlen können. Dafür backen wir für Sie in unserem Backhaus-Ofen jedesmal ganz frisch: Leckere Pizza, verschiedenen heimische Brotsorten und vieles mehr.

Da wird Ihnen jedesmal das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Sie schon von Weitem den Duft des Außergewöhnlichen vernehmen.

Saisonal haben wir immer das Richtige für Sie und Ihren Gaumen zu bieten.

Sie möchten wissen, wann wir wieder für Sie den Ofen so richtig einheizen? Informieren Sie sich in unserer Rubrik Termine.

 

 

Eine alte Tradition lebt…„Wenn die Flegel anfangen, auf die Garben einzudreschen…“

Für unsere Backtage muss natürlich gemäht werden! Brütende Sommerhitze und ein leichter Wind, der den Staub aufwirbelt. Man kann Trockenheit förmlich riechen und die Triticale – eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, die als Viehfutter dient – wartet darauf, gemäht zu werden.

Doch nicht wie noch zu Großvaters Zeiten mit der Sense, sondern mit dem direkten Nachfolger der guten alten Handarbeit wird dem Korn zu Leibe gerückt: dem automatisierten Bindegeschirr und dem Deutz, mit dem die Veteranenfreunde Werner Kleffmann und Willi Osterloh angerückt sind.

„Damals war das sicherlich die absolute Revolution auf dem Feld“, sagt Hermann Lehrmann vom Heimatverein Tengern-Huchzen. Und uns blieben die Erinnerungen und Geschichten über diese Zeit der harten Knochenarbeit, die unsere Vorfahren in der Erntezeit tagtäglich auf sich nehmen mussten. Das war aber auch Gemeinschaftsarbeit, denn alle Nachbarn halfen bei der Ernte mit, erinnert sich Horst Jording, Vorsitzender des Heimatvereins.

„Jeder Landwirt hatte seine eigene Truppe, da waren manchmal 20 Leute und mehr auf dem Feld. Natürlich half man sich auch gegenseitig. Das war selbstverständlich. Und Kartoffelaufsuchen und all das, was anfiel, wurde gemeinsam bewerkstelligt“, sagt Horst Jording. Heutzutage mähen die Mitglieder des Heimatvereins, um die gute alte Tradition nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Auf dem 17 Morgen großen Feld von Jürgen Böckelmann wächst nun die Triticale. Wenn die ersten Reihen gemäht und gebunden sind, wird traditionsbewusst direkt auf dem Feld entlohnt und eine Pause eingelegt. Doch nicht wie früher mit Brotwasser, sondern mit einem kühlen Pils.

Brotwasser, sagt Anette Kleffmann, war Wasser mit einem Schuss Essig oder Zitrone, in das man knochentrockenes Brot aufweichte und dann als Mahlzeit auf dem Feld genießen konnte. Die frisch gebundenen Garben müssen zu Stiegen aufgestellt werden, bevor sie dann den Herkunftsort verlassen, um beim Backtag in Huchzen weiter verarbeitet werden zu können.

Kurt Blase gibt genaue Anweisungen, wie die Garben aufzustellen sind: immer zu 20 in leichter Schräge, 2 hier, 3 dort und nicht mehr als 3 in der Breite am Schluss, so dass eine akkurate Reihe entsteht – eine Kunst für sich. Alle fassen mit an: Frank Westerfeld, Heinz Kleffmann, Hermann Lehrmann, Jürgen Böckelmann,Gerd Meier, Kurt Blase, Dennis Sundermeier, Volker Ehrmann und Horst Jording.

und es passiert noch viel mehr…

Auf einem Mc Ferguson, Baujahr 1964 mit 34 PS, rückten Kurt Blase und sein Enkel Marc in Huchzen an, um auf dem Feld von Friedrich Huchzermeier Weizen zu mähen.„ Diesmal brauchen wir nur 20 Garben”, sagte Horst Jording, Vorsitzender des Heimatvereins Tengern – Huchzen. Denn beim nächsten Backtag am 16. September soll in guter alter Tradition mit Flegeln gedroschen werden, da könne man nicht so viel wie im letzten Jahr bewältigen.

Wie in jedem Jahr gehört das Ernten des Kornes mit altem Handwerkszeug zum festen Ritual der Vorbereitungen des Backtages. So mähte Kurt Blase auch einiges mit der Sense, während Horst Jording dem Weizen mit dem Vorhaltestock die Richtung gab: „So bleibt gleich alles in einem Schwatt liegen und kann gut ausgegarbt werden”, erklärte Kurt Blase. Das sei wichtig, damit anschließend besser gebunden werden könne. Und auch das wurde nach alter Tradition mit dem Stroh, an dem noch die Ährensitzen, gemacht.

Auch Gerhard Meier vom Heimatverein half beim Ausgarben mit und stellte die Ausbeute des Nachmittags auf den Leiterwagen. „Der wird dann beim Backtag auf dem Hof von Anne und Jürgen Böckelmann  stehen, von wo aus gedroschen wird”, so Jording.

Doch den größten Teil des Weizens mähten die Vereinsmitglieder mit dem Heckmähwerk am Trecker, an dem ein so genannter 5-Fuß-Mähbalken durch eine Zapfwelle angetrieben wird. „Früher steckte das Anbau – Mähwerk seitlich zwischen den Rädern und konnte nicht abgebaut werden”, beschrieb Blase und lobte zugleich die etwas modernere Art der Technik.

Acht bis vierzehn Tage müssen die Garben nun noch trocknen. Beim Anblick der Hocken erinnerte sich Jording: „Als Kinder haben wir auf dem Stoppelfeld unsere Drachen steigen lassen”, und wenn der Regen kam, habe man sich in den Hocken verstecken können, denn damals sei der Roggen mit 1,60 Meter höher gewesen als heute.

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